Tragwerksplanung für Hochregallager und Regalanlagen – Statik nach Eurocode 3 und EN 15512

Die Tragwerksplanung für Hochregallager und Regalanlagen umfasst die vollständige statische Berechnung von Palettenregallagern, Kragarmregalanlagen und überdachten Regalsystemen als tragende Gebäudestrukturen. Die Nachweisführung erfolgt nach DIN EN 1993 (Eurocode 3) unter Berücksichtigung der Lastannahmen und Bemessungsregeln der EN 15512. Regalstatiken werden national und international bearbeitet – aus langjähriger Projektarbeit besteht Erfahrung in der Anwendung nationaler Anhänge für eine Vielzahl europäischer Länder, darunter Österreich, Belgien, die Schweiz, Frankreich, die Niederlande, die Slowakei und die Tschechische Republik.

3D-Statikmodell eines Hochregallagers. Tragwerksplanung und statische Berechnung von Regalanlagen nach EN 15512

Leistungsumfang bei Regalanlagen und Hochregallagern

Die statische Berechnung von Regalanlagen umfasst folgende Leistungen:

  1. Tragwerksplanung für Palettenregallager nach DIN EN 1993 und EN 15512
  2. Bemessung von Kragarmregalanlagen unter Lager- und Betriebslasten
  3. Statische Berechnung überdachter Regalanlagen mit Regal als tragendem Gebäudesystem
  4. Erdbebennachweis nach DIN EN 1998 unter Berücksichtigung standortspezifischer nationaler Anhänge
  5. Nachweis dynamischer Lasten aus verfahrbaren Mobilsockeln (Anfahren, Bremsen)
  6. Tragwerksplanung für internationale Projekte nach Eurocode mit länderspezifischen nationalen Anhängen

Palettenregallager – statische Berechnung nach Eurocode 3 und EN 15512

Palettenregallager stellen besondere Anforderungen an die Tragwerksplanung: Hohe Feldlasten, schlanke Stahlprofile und enge Verformungsanforderungen erfordern eine präzise Bemessung aller tragenden Bauteile. Die Lastermittlung und Nachweisführung erfolgt nach DIN EN 1993-1-1 unter Berücksichtigung der Lastannahmen und Bemessungsregeln der EN 15512 – einschließlich Anfahrlasten und Beschickungslasten aus dem Lagerbetrieb.

Der Standsicherheitsnachweis umfasst Regalrahmen, Traversenebenen, Längs- und Querverbände sowie die Lasteinleitung in den Untergrund. Bei überdachten Anlagen oder Regalanlagen als tragende Gebäudeunterkonstruktion werden zusätzlich Wind-, Schnee- und gegebenenfalls Erdbebenlasten in die Bemessung einbezogen. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Verformungsnachweisen, da Lager- und Fördertechnik enge Toleranzanforderungen an die Durchbiegung der Tragkonstruktion stellen.

Projektbeispiel: Statik überdachte Palettenregalanlage – Erdbebensicherer Stahlbau, Köln

Bauvorhaben: Tragwerksplanung für eine überdachte Palettenregalanlage mit Regal als tragender Unterkonstruktion für das Dach

Abmessungen: Anlagenlänge über 30 m, Feldlast 13.000 kg (13 t)

Besonderheit: Standsicherheitsnachweis unter Berücksichtigung lokaler Wind- und Schneelasten sowie Erdbebenlasten für den Standort Köln (Erdbebenzone)

Leistung: Bemessung der Stahlkonstruktion (Rahmen, Auflagen, Dacharme, Pfetten, Trapezbleche) für die kombinierte Beanspruchung aus Lager- und Umweltlasten

Standort: Köln, Deutschland.

3D-Statik: Überdachte Palettenregalanlage. Statik für erdbebensichere Hochregallager unter Berücksichtigung von Erdbebenlasten in Köln

Projektbeispiel: Statik Palettenregalanlage – Schwerlastregal unter Erdbebenlasten, Belgien

Bauvorhaben: Tragwerksplanung für eine Palettenregalanlage mit hohen Feldlasten von 30.000 kg (30 t) je Feld 

Abmessungen: Anlagenlänge ca. 30 m

Besonderheit: Standsicherheitsnachweis unter belgischen Wind- und Erdbebenlasten – Anwendung des belgischen nationalen Anhangs (NA) zum Eurocode bei der Bemessung von Profilen und Verbänden

Standort: Sint-Pieters-Leeuw, Belgien

3D-Statik: Schwerlast-Palettenregalanlage. Tragwerksplanung für Hochregallager unter Erdbebenlasten in Sint-Pieters-Leeuw, Belgien

Kragarmregalanlagen – Bemessung unter Lager- und Betriebslasten

Kragarmregalanlagen dienen der Lagerung sperriger Güter wie Langgut, Rohre oder Holzwerkstoffe. Die Tragkonstruktion besteht aus Stützenrahmen mit auskragenden Armen, die hohe Biegemomente und Querkräfte in die Rahmenstiele einleiten. Die Bemessung erfolgt nach DIN EN 1993-1-1 unter Ansatz der maßgebenden Lastfallkombinationen aus Armlast, Eigengewicht, Wind und gegebenenfalls Erdbeben.

Bei verfahrbaren Kragarmregalanlagen auf elektronisch gesteuerten Mobilsockeln entstehen zusätzliche dynamische Betriebslasten. Die Massenkräfte aus Anfahren und Bremsen in Gangquerrichtung sind gesondert zu ermitteln und mit den statischen Lagerlasten zu überlagern. Der Standsicherheitsnachweis erfasst dabei sowohl die Stahltragkonstruktion als auch die Lasteinleitung in die Mobilsockel und den Untergrund.

Projektbeispiel: Statik verfahrbare Kragarmregalanlage – Bemessung auf Mobilsockel, Tauberbischofsheim

Bauvorhaben: Statische Berechnung einer verfahrbaren Kragarmregalanlage auf elektronisch gesteuerten Mobilsockeln

Technische Daten: Anlagenlänge 28,5 m, Anlagenhöhe ca. 9,0 m, Armlast 500 kg 

Besonderheit: Berücksichtigung dynamischer Lasten (Massenkräfte aus Anfahren und Bremsen) infolge der Bewegungen des Mobilsockels in Gangquerrichtung

Leistung: Standsicherheitsnachweis der Stahlkonstruktion unter Überlagerung von Lagerlasten und dynamischen Betriebskräften

Standort: Tauberbischofsheim, Deutschland

3D-Statik: Verfahrbare Kragarmregalanlage auf Mobilsockeln. Statik für Hochregallager unter dynamischen Lasten in Tauberbischofsheim

Projektbeispiel: Statik Erweiterung Kragarmregalhalle – Stahlkonstruktion mit BSH-Dachbindern, Österreich

Bauvorhaben: Erweiterung einer bestehenden Kragarmregalhalle als Lagerhalle

Abmessungen: Länge des Erweiterungsbaus 25,2 m, Armlast 800 kg

Konstruktion: Stahlstützen im Kragarm-System kombiniert mit Dachbindern aus Brettschichtholz (BSH) – Stahl-Holz-Mischkonstruktion 

Lastannahmen: Ortsspezifische Wind- und Schneelasten für Österreich nach ÖNORM / Eurocode mit nationalem Anhang

Standort: Feldbach, Österreich

3D-Statik: Kragarmregalhalle als Stahl-Holz-Mischkonstruktion. Tragwerksplanung für Hochregallager nach ÖNORM in Feldbach, Österreich.

Erdbebennachweis bei Regalanlagen nach DIN EN 1998

Der Nachweis der Erdbebensicherheit ist bei Regalanlagen in erdbebenrelevanten Standorten Bestandteil der statischen Berechnung. Die Bemessung erfolgt nach DIN EN 1998-1 unter Ansatz des standortspezifischen Bemessungsspektrums. Maßgebend sind die Erdbebenzone, die Baugrundklasse und die Bedeutungskategorie der Anlage gemäß nationalem Anhang.

Regalanlagen weisen aufgrund ihrer schlanken Stahlprofile und der hohen Nutzlastkonzentration ein spezifisches dynamisches Verhalten auf. Die Eigenfrequenzen der Konstruktion sowie die Massenverteilung der eingelagerten Güter beeinflussen die Erdbebenbeanspruchung maßgebend. Bei internationalen Projekten werden die jeweiligen nationalen Anhänge zum Eurocode 8 angewendet – aus langjähriger Projektarbeit besteht Erfahrung für eine Vielzahl europäischer Länder. Die Projektbeispiele für Köln und Belgien zeigen die Anwendung unter unterschiedlichen nationalen Regelwerken.

Häufige Fragen zur Statik von Hochregallagern und Regalanlagen

Was ist bei der Statik einer Regalanlage zu beachten? Die statische Berechnung einer Regalanlage umfasst den Standsicherheitsnachweis aller tragenden Bauteile – Regalrahmen, Traversenebenen, Verbände und Fundamentverankerung. Maßgebend sind neben den Lagerlasten auch Anfahrlasten, Beschickungslasten und standortspezifische Umweltlasten (Wind, Schnee, Erdbeben). Die Nachweisführung erfolgt nach DIN EN 1993 und EN 15512.

 

Wann ist ein Erdbebennachweis für eine Regalanlage erforderlich? Ein Erdbebennachweis ist erforderlich, wenn der Standort einer Erdbebenzone nach DIN EN 1998-1 zugeordnet ist und die Anlage die Relevanzkriterien des nationalen Anhangs erfüllt. In Deutschland betrifft das insbesondere Standorte in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Bei internationalen Projekten gelten die jeweiligen nationalen Anhänge.

 

Was ist der Unterschied zwischen Palettenregal und Kragarmregal in der statischen Berechnung? Palettenregale werden über Traversenebenen belastet – die Lasten werden als Punktlasten in die Regalrahmen eingeleitet. Kragarmregale hingegen tragen über auskragende Arme, die hohe Biegemomente in die Stützenrahmen erzeugen. Das Tragverhalten und die maßgebenden Nachweise unterscheiden sich entsprechend; für Kragarmregale ist insbesondere die Stabilität der auskragenden Arme und die Kippsicherheit der Stützen nachzuweisen.

 

Kann eine Regalanlage gleichzeitig als Gebäudetragwerk dienen? Ja. Bei überdachten Regalanlagen wird das Regalsystem häufig als tragende Unterkonstruktion für das Dach genutzt. In diesem Fall sind zusätzlich zu den Lagerlasten auch Dachlasten (Eigengewicht, Schnee, Wind) in die Bemessung einzubeziehen. Die Interaktion zwischen Regaltragwerk und Dachlast erfordert eine integrierte statische Betrachtung des Gesamtsystems.

 

Werden Regalstatiken auch für das europäische Ausland erstellt? Ja. Statische Berechnungen für Regalanlagen werden nach Eurocode 3 und EN 15512 unter Anwendung der jeweiligen nationalen Anhänge erstellt – unter anderem für Österreich (ÖNORM), Belgien, die Slowakei und weitere EU-Länder. Die Dokumentation erfolgt prüffähig und ist auf die Anforderungen des Auftraggebers im jeweiligen Land abgestimmt.

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